Rückbildung nach der Geburt

Erstellt: 13.06.2026Aktualisiert: 13.06.2026Autor: Dr. Marcel Kremser

Die Rückbildung ist eine der wichtigsten Phasen nach der Geburt – und wird oft unterschätzt. Dein Körper hat in den letzten neun Monaten Unglaubliches geleistet und braucht jetzt Zeit und die richtigen Übungen, um wieder in Form zu kommen.

Was bedeutet Rückbildung?

Unter Rückbildung versteht man die körperliche Regeneration nach der Schwangerschaft und Geburt. Der Fokus liegt auf:

  • Beckenboden: Die Muskulatur wurde durch die Schwangerschaft stark gedehnt – sie muss wieder gekräftigt werden.
  • Bauchmuskeln: Die gerade Bauchmuskulatur (Rektusdiastase) hat sich in der Mitte getrennt und muss wieder zusammenwachsen.
  • Gebärmutter: Sie bildet sich innerhalb von 6–8 Wochen auf ihre ursprüngliche Größe zurück.
  • Hormonhaushalt: Der Körper stellt von Schwangerschafts- auf Wochenbetthormone um.

Ab wann darfst du starten?

  • Nach spontaner Geburt ohne Komplikationen: Leichte Rückbildungsübungen schon 1–2 Wochen nach der Geburt (Beckenboden-Spannungsübungen).
  • Nach Dammriss oder Dammschnitt: Erst nach Absprache mit der Hebamme – meist ab der 2. Woche (erst nach Fädenziehen).
  • Nach Kaiserschnitt: Schonende Übungen ab der 2. Woche, aber kein Sport bis zur 8.–12. Woche nach der OP.
  • Rückbildungskurs: In der Regel ab der 6.–8. Woche nach der Geburt. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für bis zu 10 Kurseinheiten.

Wichtig: Höre auf deinen Körper. Wenn etwas schmerzt oder unangenehm ist, mach eine Pause.

Die ersten Übungen

Beckenboden spüren

Setz dich aufrecht hin. Stell dir vor, du hältst den Urinstrahl an – genau diese Muskeln aktivierst du. Halte die Spannung für 5 Sekunden, dann bewusst loslassen. 10–15 Wiederholungen, mehrmals täglich.

Beckenboden mit Atmung

Beim Einatmen den Beckenboden bewusst entspannen, beim Ausatmen sanft anspannen und nach oben ziehen. Das trainiert die Koordination zwischen Atmung und Beckenboden.

Brücke (klein)

Leg dich auf den Rücken, die Knie aufgestellt. Atme ein, beim Ausatmen hebst du das Becken leicht an – nur so weit, dass du den Beckenboden spürst. 10 Wiederholungen.

Seitlage

Leg dich auf die Seite, die Knie leicht angewinkelt. Atme ein, beim Ausatmen öffnest du das obere Knie wie eine Muschel. Das trainiert die seitliche Beckenbodenmuskulatur.

Rückbildungskurs vs. eigenes Training

KursEigenes Training
KostenKrankenkasse übernimmtKostenlos
AnleitungProfessionellEigenverantwortlich
AustauschMit anderen MütternKeiner
ZeitFester TerminFlexibel

Empfehlung: Mach beides! Der Kurs gibt dir die richtige Technik und Motivation – die Übungen zu Hause festigen das Training.

Was du vermeiden solltest

  • Crunch & Sit-Up: In den ersten 3 Monaten nach der Geburt belasten klassische Bauchübungen den Beckenboden zu stark.
  • Springen & Laufen: Joggen ist frühestens nach 3–4 Monaten wieder sinnvoll – und nur, wenn der Beckenboden stabil ist.
  • Schwer heben: Nicht schwerer als das Baby heben. Beim Hochheben immer in die Knie gehen und den Beckenboden anspannen.
  • Verstopfung: Drücken beim Stuhlgang belastet den Beckenboden enorm. Viel trinken, Ballaststoffe essen!

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