Kaiserschnitt (Sectio caesarea) – Ablauf, Risiken & Klinikwahl

Erstellt: 11.06.2026Aktualisiert: 11.06.2026Autor: Dr. Marcel Kremser

Rund 30 Prozent aller Geburten in Deutschland sind Kaiserschnitte. Ob geplant oder als Notfall – die Entscheidung für oder gegen eine Sectio ist sehr persönlich. Dieser Ratgeber hilft dir, den Ablauf zu verstehen, Risiken abzuwägen und die richtige Klinik für deine Bedürfnisse zu finden.

Was ist ein Kaiserschnitt?

Ein Kaiserschnitt (Sectio caesarea) ist die operative Entbindung eines Kindes durch einen Bauchschnitt. Der Eingriff wird im unteren Bauchbereich – meist entlang der sogenannten „Bikinifalte“ – durchgeführt. Dabei wird die Bauchdecke schichtweise geöffnet, die Gebärmutter eröffnet und das Kind entwickelt.

Der Kaiserschnitt ist einer der häufigsten chirurgischen Eingriffe weltweit. In Deutschland liegt die Kaiserschnittrate bei etwa 30 Prozent, mit großen Unterschieden zwischen den Kliniken. Welche Rate für dich relevant ist, erfährst du auf Birthplace im Klinikvergleich.

Wann ist ein Kaiserschnitt nötig?

Ein Kaiserschnitt kann aus medizinischen Gründen erforderlich sein – etwa bei einer falschen Kindslage (Steiß- oder Querlage), einer Plazenta praevia (vor der Muttermund liegender Mutterkuchen), einer kindlichen Sauerstoffunterversorgung oder wenn die Geburt nicht voranschreitet. Auch bei Mehrlingsgeburten oder einer starken Erkrankung der Mutter kann eine Sectio empfohlen werden.

Daneben gibt es den Wunschkaiserschnitt ohne medizinische Indikation. Jede Frau hat das Recht, selbst über die Art der Entbindung zu entscheiden – lass dich dazu umfassend von deiner Hebamme und deinem Frauenarzt beraten.

Geplanter vs. Notfall-Kaiserschnitt

Ein geplanter Kaiserschnitt (primäre Sectio) wird vor Geburtsbeginn terminisiert, meist in der 38. oder 39. Schwangerschaftswoche. Du kommest nüchtern in die Klinik, der Eingriff wird im OP-Saal durchgeführt, und du bist während der Geburt bei vollem Bewusstsein – dein Partner kann in der Regel dabei sein.

Ein Notfall-Kaiserschnitt (sekundäre Sectio) wird durchgeführt, wenn während der natürlichen Geburt Komplikationen auftreten – zum Beispiel bei einer akuten kindlichen Sauerstoffunterversorgung. Dann geht alles sehr schnell. Die Narkose erfolgt meist als Vollnarkose, und das Kind wird innerhalb weniger Minuten entwickelt. Moderne Kliniken sind auf diesen Fall bestens vorbereitet.

Ablauf einer Sectio

Der Eingriff dauert etwa 30–45 Minuten. Nach der Spinalanästhesie (Betäubung ab der Brust abwärts) oder Vollnarkose wird ein Querschnitt im Unterbauch gesetzt. Die Bauchdecke und Gebärmutter werden geöffnet, das Kind entwickelt und nach wenigen Minuten abgenabelt. Anschließend wird die Plazenta entfernt und die Wunde schichtweise verschlossen.

Die Erholung nach einem Kaiserschnitt braucht Zeit. Du bleibst 3–5 Tage in der Klinik. Heben, Autofahren und Sport sind in den ersten sechs Wochen eingeschränkt. Eine sanfte Rückbildungsgymnastik kannst du nach etwa 10–12 Wochen beginnen. Lies auch unseren Ratgeber Wochenbett & Postpartalzeit.

Risiken & Kaiserschnittrate

Wie jeder operative Eingriff birgt auch der Kaiserschnitt Risiken: Wundinfektionen, Thrombosen, Verwachsungen im Bauchraum sowie ein erhöhtes Risiko bei Folgeschwangerschaften (Narbenruptur). Für das Baby kann eine Sectio die Atemumstellung erschweren.

Die Kaiserschnittrate variiert stark zwischen Kliniken – von unter 15 bis über 40 Prozent. Eine niedrige Rate deutet auf eine geburtshilfliche Kultur hin, die die natürliche Geburt fördert. Eine hohe Rate kann auf eine Spezialisierung auf Risikoschwangerschaften hindeuten. Vergleiche die Raten auf Birthplace und informiere dich im Ratgeber natürliche Geburt über die Alternativen.

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