Alles über die natürliche Geburt – Ablauf, Phasen & Tipps

Erstellt: 11.06.2026Aktualisiert: 11.06.2026Autor: Dr. Marcel Kremser

Die Geburt deines Kindes ist ein einzigartiges Erlebnis. Damit du bestens vorbereitet bist, erklären wir den natürlichen Geburtsablauf, die drei Phasen, Möglichkeiten der Schmerzlinderung und geben praktische Tipps für werdende Eltern.

Die drei Phasen der Geburt

Die natürliche Geburt verläuft in drei klar definierten Phasen. Die Eröffnungsphase ist die längste: Regelmäßige Wehen öffnen den Muttermund von 0 auf 10 Zentimeter. Bei Erstgebärenden dauert dies 8–14 Stunden. Die Wehen kommen anfangs alle 10–20 Minuten und werden zunehmend häufiger und intensiver.

In der Pressphase (Austreibungsphase) ist der Muttermund vollständig geöffnet. Das Baby tritt tiefer ins Becken – du spürst einen starken Druck nach unten. Aktives Pressen unter Anleitung der Hebamme bringt dein Kind zur Welt. Diese Phase dauert 30–60 Minuten bei Erstgebärenden.

Die Nachgeburtsphase ist die kürzeste: Die Plazenta löst sich und wird innerhalb von 10–30 Minuten ausgestoßen. Danach wird der Dammschnitt oder Dammriss versorgt, und du kannst dein Baby in den Arm nehmen. Mehr zum Wochenbett danach findest du in unserem Ratgeber Wochenbett & Postpartalzeit.

Schmerzlinderung – PDA & Alternativen

Die PDA (Periduralanästhesie) ist die bekannteste medikamentöse Schmerzlinderung. Ein Anästhesist spritzt ein Betäubungsmittel in den Rückenmarkskanal, wodurch Schmerzen ab der Taille ausgeschaltet werden. Sie ist sehr effektiv, kann aber die Pressphase verlängern.

Alternative Methoden sind Atemtechniken, ein warmes Bad oder die Wassergeburt, Massage, Akupressur, Homöopathie, Bewegung (Gymnastikball, Vierfüßlerstand) sowie TENS-Geräte. Welche Methode zu dir passt, besprichst du am besten mit deiner Hebamme – mehr dazu im Ratgeber Geburtsvorbereitung.

Wann ins Krankenhaus?

Fahre ins Krankenhaus, wenn die Wehen regelmäßig alle 5–7 Minuten kommen und mindestens 45–60 Sekunden anhalten. Weitere Anzeichen: Abgang des Schleimpfropfens („Zeichnen“), Blasensprung (sofort in die Klinik!), starke Rückenschmerzen oder Druck nach unten. Bei einem Blasensprung oder Blutungen solltest du dich sofort auf den Weg machen – auch ohne Wehen.

Auf Birthplace findest du Kliniken in deiner Nähe – auch mit Informationen zur Kaiserschnittrate, falls du dich für eine Sectio (Kaiserschnitt) interessierst.

Geburtspositionen – die richtige Haltung finden

Die klassische Rückenlage ist längst nicht die einzige Möglichkeit. Heute ermutigen Hebammen zu freier Positionswahl. Bewährte Positionen sind:

  • Vierfüßlerstand: entlastet den Rücken, fördert die Drehung des Kindes
  • Hocke: nutzt die Schwerkraft, erweitert den Beckenausgang
  • Seitenlage: schonend für den Damm, gut mit PDA
  • Gebärhocker: aufrechte Sitzposition mit freiem Becken
  • Wassergeburt: besonders sanft – mehr im Ratgeber Wassergeburt

Der Partner während der Geburt

Deine Begleitperson ist emotionale Stütze, Kommunikationsbrücke und praktische Hilfe zugleich. Sie kann Massagen geben, an Atemtechniken erinnern, kühle Tücher auflegen und ermutigen. Besonders wertvoll: Der Partner kann deine Geburtswünsche kommunizieren, wenn du selbst dazu nicht mehr in der Lage bist.

Ein gemeinsamer Geburtsvorbereitungskurs hilft dem Partner, sich auf seine Rolle vorzubereiten. Mehr dazu im Ratgeber Geburtsvorbereitung.

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