Wassergeburt – Sanft ins Leben
Im warmen Wasser gebären – das klingt für viele Frauen nach einer sanften und natürlichen Art der Entbindung. Die Wassergeburt erfreut sich wachsender Beliebtheit. Hier erfährst du alles, was du über Voraussetzungen, Vorteile, Risiken und Kliniken mit Wassergeburt wissen musst.
Was ist eine Wassergeburt?
Bei einer Wassergeburt verbringt die Gebärende die Eröffnungs- und Pressphase in einem mit warmem Wasser gefüllten Geburtspool. Die Wassertemperatur beträgt angenehme 34–37 Grad Celsius. Nach der Geburt wird das Baby behutsam aus dem Wasser gehoben – der Übergang vom Fruchtwasser ins warme Badewasser ist für das Neugeborene besonders sanft.
Die Wassergeburt ist keine Erfindung der Neuzeit: In vielen Kulturen wurde und wird im Wasser geboren. In Deutschland bieten immer mehr Kliniken und Geburtshäuser diese Entbindungsform an. Der Geburtspool steht meist im Kreißsaal bereit und wird nach den hygienischen Standards der Klinik betrieben.
Vorteile einer Wassergeburt
- Schmerzlindernd: Das warme Wasser entspannt die Muskulatur und kann Wehenschmerzen deutlich reduzieren – oft wird weniger oder gar keine PDA benötigt.
- Bewegungsfreiheit: Im Wasser fällt es leichter, die Position zu wechseln, was den Geburtsfortschritt fördert.
- Schonend für den Damm: Das Wasser stützt das Gewebe, wodurch Dammrisse seltener oder weniger schwer ausfallen.
- Sanfter Übergang für das Baby: Die Geburt ins warme Wasser erinnert an die vertraute Umgebung im Mutterleib.
- Entspannung: Die Schwerelosigkeit im Wasser reduziert Stress und fördert die Ausschüttung von Endorphinen.
Voraussetzungen & Risiken
Nicht jede Geburt ist für eine Wassergeburt geeignet. Wichtige Voraussetzungen sind eine unkomplizierte Schwangerschaft, eine normale Kindslage (Kopflage), keine Infektionskrankheiten und ein ausreichend großer Pool. Die Hebamme entscheidet während der Geburt, ob die Wassergeburt fortgesetzt werden kann.
Mögliche Risiken sind Infektionen (bei vorzeitigem Blasensprung oder Keimen im Wasser), eine Nabelschnur- Komplikation oder dass das Baby im Wasser den ersten Atemzug macht (insbesondere bei Stress). Deshalb wird die Herztöne des Babys während der gesamten Wassergeburt per CTG überwacht. Bei Komplikationen kannst du jederzeit aus dem Pool steigen und die Geburt außerhalb des Wassers fortsetzen.
Die Wassergeburt wird in Kliniken und Geburtshäusern angeboten. Auf Birthplace findest du Kliniken mit Wassergeburt in deiner Nähe. Mehr zur Wahl des Geburtsortes erfährst du im Ratgeber Geburtshaus oder Klinik.
Ablauf einer Wassergeburt
Du kommst wie gewohnt in den Kreißsaal und wirst von der Hebamme untersucht. Sobald die Eröffnungsphase fortgeschritten ist, darfst du in den mit warmem Wasser gefüllten Pool steigen. Die Hebamme bleibt die ganze Zeit bei dir, überwacht die Herztöne und unterstützt dich bei der Positionswahl.
In der Pressphase hilft das Wasser, die Presswehen zu begleiten. Das Baby wird unter Wasser geboren und dann vorsichtig an die Wasseroberfläche gehoben. Nach der Geburt der Plazenta (die außerhalb des Wassers erfolgt) wird der Pool verlassen und das Wochenbett beginnt. Ausführliche Informationen zur Geburt findest du im Ratgeber Alles über die natürliche Geburt.
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