Partner bei der Geburt – Was du tun kannst

Erstellt: 13.06.2026Aktualisiert: 13.06.2026Autor: Dr. Marcel Kremser

Die Geburt ist für beide Eltern ein intensives Erlebnis – aber die Rolle des Partners ist oft unklar. Dabei kannst du viel tun, um deine Partnerin zu unterstützen. Von praktischen Handgriffen bis zur emotionalen Präsenz.

Vor der Geburt: So bereitest du dich vor

  • Geburtsvorbereitungskurs: Geh mit! Viele Kurse richten sich speziell an Paare. Du lernst Atemtechniken, Massagen und den Ablauf der Geburt.
  • Geburtsplan besprechen: Setzt euch zusammen und geht die Wünsche deiner Partnerin durch. Was ist ihr wichtig? Was sind ihre Ängste? Nur wenn du es weißt, kannst du sie vertreten.
  • Klinik oder Geburtshaus kennenlernen: Besichtigt den Kreißsaal vorher. Du weißt dann, wo Parkplätze sind, wo die Notaufnahme ist und wie die Räume aussehen.
  • Kliniktasche packen: Auch für dich: Ladegerät, Kopfhörer, Wechselkleidung, Verpflegung, Getränke, Wechselgeld für den Parkautomaten.
  • Routen planen: Im Ernstfall zählt jede Minute – überleg dir vorher, wie ihr zur Klinik kommt (Auto, Taxi, etc.).

Während der Geburt: Deine Aufgaben

In der Eröffnungsphase

  • Ruhe bewahren: Deine Partnerin wird dich spiegeln – wenn du ruhig bleibst, hilft das ihr.
  • Atmen: Atme mit ihr. Zählt gemeinsam die Atemzüge. Das hilft, den Rhythmus zu halten.
  • Massieren: Kreuzbeinmassage oder sanfter Druck auf den unteren Rücken – viele Frauen empfinden das als sehr angenehm.
  • Ermutigen: Sag ihr, dass sie es schafft. Positive Worte wirken Wunder.
  • Getränke & Snacks: Biete ihr regelmäßig Wasser, Tee oder Traubenzucker an.
  • Positionswechsel: Erinnere sie daran, die Position zu wechseln. Geh mit ihr spazieren, hilf ihr auf den Gymnastikball.

In der Austreibungsphase

  • Stütze sein: Halte ihre Hand, lass sie sich an dir festhalten – im Vierfüßlerstand oder in der Hocke.
  • Hebamme unterstützen: Reiche ihr an, was sie braucht (Kühlpad, feuchtes Tuch, Getränk).
  • Pressen begleiten: Zähl mit ihr beim Pressen, ermutige sie.
  • Dokumentieren (nur, wenn sie es möchte!): Foto, Video – aber nur mit Einverständnis.

Nach der Geburt

  • Hautkontakt: Wenn die Mutter nicht kann, darfst du das Baby auf die nackte Brust legen – das ist auch für Väter ein magischer Moment.
  • Nabelschnur durchtrennen: Viele Väter möchten das. Frag vorher, ob deine Partnerin einverstanden ist.
  • Entscheidungen treffen: Wenn es Komplikationen gibt, musst du vielleicht kurz für sie mitentscheiden. Sprich vorher ab, was sie möchte.
  • Besuch regeln: Nach der Geburt wollt ihr bestimmt Ruhe. Schirme sie vor gut gemeinten Besuchen ab.
  • Selbst fürsorgen: Du kannst nur dann für sie da sein, wenn du selbst isst, trinkst und mal kurz durchatmest.

Was viele Partner nicht wissen

  • Es ist okay, emotional zu sein: Viele Männer weinen bei der Geburt ihres Kindes. Das ist völlig normal.
  • Es darf dauern: Eine Geburt kann 12, 24 oder sogar 36 Stunden dauern. Es ist anstrengend – für beide.
  • Du darfst um Hilfe bitten: Wenn du dich überfordert fühlst, sag der Hebamme Bescheid. Sie ist für euch beide da.
  • Nicht alles läuft nach Plan: Wenn ein Kaiserschnitt nötig wird, kannst du trotzdem dabei sein. Frag einfach.

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