Nachsorge-Hebamme finden
Eine gute Nachsorge-Hebamme ist nach der Geburt Gold wert. Sie hilft beim Stillen, kontrolliert die Rückbildung, versorgt die Wunde und hat ein offenes Ohr für deine Fragen. Leider ist die Suche in Zeiten des Hebammenmangels oft schwierig. Wir geben dir Strategien.
Was macht eine Nachsorge-Hebamme?
Die Nachsorge (auch: Wochenbettbetreuung) umfasst bis zu 12 Wochen nach der Geburtund wird von der Krankenkasse vollständig übernommen. Die Hebamme:
- Kommt in den ersten Tagen täglich zu dir nach Hause, später seltener
- Kontrolliert die Rückbildung der Gebärmutter, die Wundheilung und den Wochenfluss
- Hilft bei Stillproblemen (Anlegetechnik, Milchstau, wunde Brustwarzen)
- Wiegt und untersucht das Baby (Nabel, Gelbsucht, Gewicht)
- Berät zu Ernährung, Kaiserschnittnarbe, Verhütung
- Erkennt frühzeitig postpartale Depressionen
- Dokumentiert den Verlauf für den Mutterpass
Wann solltest du suchen?
Die Suche sollte so früh wie möglich beginnen – idealerweise:
- Schwangerschaftswoche 20–25: Erste Kontakte knüpfen, Hebammenpraxen anschreiben
- Ab SSW 30: Verbindliche Zusage einholen
- Bei Risikoschwangerschaft: Direkt nach der Diagnose beginnen
Viele Hebammen haben lange Wartelisten. Warte nicht bis kurz vor dem Termin – dann wird es wirklich schwer.
So findest du eine Hebamme – 7 Strategien
- Hebammensuchportale: Auf hebammensuche.de oder der Hebammensuche des BVHG kannst du gezielt nach freien Hebammen in deiner Nähe suchen.
- Frauenarztpraxis: Frage deine Frauenärztin – sie kennt oft freie Hebammen oder Kolleginnen, die noch Kapazitäten haben.
- Geburtsklinik: Viele Kliniken haben Listen mit kooperierenden Hebammen. Frage bei der Anmeldung nach.
- Geburtsvorbereitungskurs: Die Kursleitung ist meist selbst Hebamme und kennt das Netzwerk vor Ort.
- WhatsApp-Gruppen & Social Media: Lokale Eltern-Gruppen oder Instagram – oft teilen Mütter dort freie Hebammenplätze.
- Suchradius erweitern: Wenn in deiner Stadt nichts frei ist: Frag in den Nachbarorten an. Eine Anfahrt von 20–30 Minuten ist für die Hebamme zumutbar.
- Praxisgemeinschaften: Hebammenpraxen mit mehreren Hebammen haben oft flexiblere Kapazitäten als Einzelkämpferinnen.
Was kostet die Nachsorge?
Die Grundversorgung durch die Nachsorge-Hebamme ist für gesetzlich Versicherte kostenfrei. Die Krankenkasse übernimmt:
- Bis zu 20 Besuche in den ersten 12 Wochen (davon täglich in den ersten 10 Tagen)
- Bei Bedarf bis zu 16 weitere Besuche bei Stillproblemen oder Frühgeburt
- Die Fahrtkosten der Hebamme (bis zu einer bestimmten Entfernung)
Kostenlos sind dagegen nicht: Akupunktur, Homöopathie oder bestimmte Massagen – das sind privat zu zahlende Zusatzleistungen (IGeL).
Wenn du keine Hebamme findest
Trotz aller Bemühungen kann es passieren, dass du keine Nachsorge-Hebamme findest. In diesem Fall:
- Die Klinik bietet oft eine verlängerte Nachsorge an (bis zu 3 Tage mehr).
- Ambulante Nachsorge: Manche Kliniken haben eigene Nachsorge-Ambulanzen.
- Frühere Entlassung: Wenn du zu Hause gut versorgt bist, kann die Entlassung aus der Klinik früher erfolgen – die Hebamme kommt dann täglich.
- Kinderärztin: Die U-Untersuchungen beim Kinderarzt ersetzen nicht die Hebamme, aber geben Sicherheit.
- Online-Beratung: Hebammen bieten zunehmend Online-Sprechstunden an – kein Ersatz für Hausbesuche, aber besser als nichts.
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