Beleggeburt – Beleghebamme im Krankenhaus
Erstellt: 13.06.2026|Aktualisiert: 13.06.2026|Autor: Dr. Marcel Kremser
Die Beleggeburt ist eine besondere Form der Entbindung: Du kennst deine Hebamme persönlich, sie begleitet dich durch die gesamte Geburt, aber du entbindest im Krankenhaus – mit der Sicherheit, dass jederzeit Ärztinnen und ein OP bereitstehen.
Was ist eine Beleggeburt?
Bei einer Beleggeburt (auch: Beleghebammen-Geburt) wählst du dir eine freiberufliche Hebamme, die das Belegrecht in einem Krankenhaus hat. Das bedeutet:
- Deine Beleghebamme betreut dich während der Schwangerschaft (Vorsorge)
- Sie ist bei der Geburt persönlich dabei – nicht eine Schichthebamme, die du nicht kennst
- Sie versorgt dich danach im Wochenbett (Nachsorge zu Hause)
- Das Krankenhaus stellt den Kreißsaal, den OP und medizinisches Personal für Notfälle
Die Beleghebamme ist also die „Kapitänin" der Geburt – sie zieht im Notfall das Klinik-Team hinzu, bleibt aber deine vertraute Ansprechpartnerin.
Vorteile der Beleggeburt
- Kontinuität: Eine vertraute Person von der Vorsorge bis zur Nachsorge – das gibt enormes Vertrauen.
- Kein Schichtwechsel: Im Krankenhaus wechseln die Hebammen alle 8–12 Stunden. Bei der Beleggeburt bleibt DEINE Hebamme bei dir.
- Natürliche Geburt mit Sicherheitsnetz: Beleghebammen fördern die natürliche Geburt, können aber bei Komplikationen sofort das Klinikpersonal hinzuziehen.
- Bekannte Gesichter: Im Kreißsaal ist alles fremd – aber deine Hebamme kennst du schon monatelang.
- Individuelle Betreuung: Die Vorsorge wird persönlicher und ausführlicher sein als in einer überfüllten Praxis.
Nachteile & Einschränkungen
- Verfügbarkeit: Beleghebammen sind selten und die Plätze sind heiß begehrt. Frühzeitig kümmern!
- Kosten: Die Beleggeburt selbst ist kostenlos (Krankenkasse zahlt), aber die Hebamme kann Zusatzleistungen (Akupunktur, Homöopathie, erweiterte Vorsorge) privat in Rechnung stellen.
- Ausfallrisiko: Wenn deine Beleghebamme selbst krank wird oder eine andere Geburt betreut, springt die Klinik-Hebamme ein – aber nicht die vertraute Person.
- Keine PDA: Wenn du eine PDA möchtest, kann die Beleghebamme diese nicht selbst legen (das macht die Anästhesie). Die Hebamme bleibt aber trotzdem bei dir.
- Nicht in allen Kliniken: Nicht jedes Krankenhaus hat Beleghebammen. Oft sind es kleinere oder mittlere Häuser, die Belegrechte vergeben.
Beleggeburt vs. normale Klinikgeburt
- Normale Klinikgeburt: Wechselndes Hebammenteam, Kreißsaal-Hebamme betreut mehrere Frauen gleichzeitig, Ärztin kommt bei Bedarf.
- Beleggeburt: Feste Beleghebamme für dich allein, begleitet exklusiv deine Geburt, Ärztin und OP stehen trotzdem bereit.
- Geburtshaus: Feste Hebamme, aber keine Ärztin und kein OP vor Ort – bei Komplikationen Verlegung ins Krankenhaus.
So findest du eine Beleghebamme
- Frage bei Kliniken in deiner Nähe nach, ob sie Beleghebammen haben (nicht alle tun das).
- Suche auf Portalen wie hebammensuche.de speziell nach „Beleghebamme".
- Frage in Geburtsvorbereitungskursen – die Kursleitung kennt oft die lokalen Beleghebammen.
- Beginne die Suche so früh wie möglich (SSW 15–20) – Beleghebammen sind schnell ausgebucht.
- Auf Birthplace findest du Kliniken und Geburtshäuser in deiner Nähe und kannst direkt Kontakt aufnehmen.
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